Ab 2013 Eintritt für den Park Sanssouci?

Sie haben den Park Sanssouci Potsdam besucht und wollen uns an ihren Eindrücken teilhaben lassen. Dann berichten sie hier. Oder haben Sie vor den Park zu besuchen, haben aber Fragen dazu, dann sind Sie auch hier richtig.

Ab 2013 Eintritt für den Park Sanssouci?

Beitragvon Webmaster » 14 Feb 2012, 08:00

Heute in der Berliner Morgenpost. Was sagt Ihr dazu?

Park Sanssouci soll bald Eintritt kosten
Dienstag, 14. Februar 2012 02:26 - Von Gudrun Mallwitz

Die Besucher des Parks Sanssouci in Potsdam werden voraussichtlich ab Ostern 2013 Eintritt bezahlen müssen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost kann Schlösserchef Hartmut Dorgerloh darauf bauen, dass er für seinen Vorschlag die nötigen Stimmen im Stiftungsrat Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg erhalten wird. Die Entscheidung ist für den 29. Februar angesetzt.

Der bislang freiwillige Eintritt von zwei Euro wird demnach während der Saison von Ostern bis Oktober Pflicht. Ermäßigt kostet die Karte von 9 bis 18 Uhr dann einen Euro.

Allerdings sind Sonderreglungen geplant: Anlieger wie Studierende und Beschäftigte der Universität Potsdam haben freien Eintritt, ebenso Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Für Besucher aus Potsdam und Umgebung soll eine Dauerkarte von 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) angeboten werden. Weitere Rabatte werden noch diskutiert.
Stadt Potsdam strikt dagegen

Seit fast einem Jahr gibt es heftigen Streit um die Zwangs-Eintrittsgebühr für den Schlosspark. Schlösserchef Dorgerloh möchte damit mehr Geld für die bessere Pflege der Gärten in die Kasse bringen. Die Stadt Potsdam ist vehement gegen einen "Wegezoll", wie Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die geplante Abgabe bezeichnet. Auch im Stiftungsrat herrscht keine Einigkeit. Die Entscheidung wurde deshalb um Monate vertagt. Berlin und der Bund plädieren für einen Pflicht-Parkeintritt, in Brandenburg sind die Staatskanzlei unter Matthias Platzeck (SPD) und das Finanzministerium von Helmuth Markov (Linke) weiterhin dagegen. Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) hat sich noch nicht entschieden. Sie könnte sich bei der Abstimmung enthalten.

Ihre Stimme dürfte nun doch nicht den Ausschlag geben. Denn der Stiftungsrat, in dem der Bund und die beiden Länder über je drei Stimmen verfügen, wird nicht über eine Satzungsänderung abstimmen, für die eine Zweidrittelmehrheit nötig wäre. Nach der dieser Zeitung vorliegenden Stiftungsratsvorlage steht der Parkeintritt als zeitlich begrenztes Modellprojekt bis zum Jahr 2017 zur Abstimmung. Und um ein Modellprojekt zu beschließen, reicht die einfache Mehrheit im Stiftungsrat.
Zehn Eingänge weniger

Mit dem Pflichteintritt erhofft sich der Schlösserchef zusätzliche Einnahmen von jährlich 4,5 Millionen Euro, die allein für die Gartenpflege verwendet werden sollen. Die Schlösserstiftung nimmt nach eigenen Angaben pro Jahr bis zu 120 000 Euro durch das 2006 eingeführte freiwilligen Eintrittsgeld ein. "Dies ist zu wenig, um den Welterbe-Park und die Gärten adäquat zu erhalten", sagt Stiftungschef Hartmut Dorgerloh. Durch die Abschaffung des Zivildienstes habe sich die Situation noch verschärft. So fehlen der Schlösserstiftung ab 2012 rund 30 in den Gärten eingesetzte Zivildienstleistende.

Heftige Diskussionen wird vor allem auch die geplante Schließung von zehn der 25 Eingänge in den Park hervorrufen. An den 15 künftigen Eingängen sollen Kassenhäuschen eingerichtet werden. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) lehnt die Pläne der Stiftung strikt ab. Er hat aber kein Stimmrecht.

Dass die im Stiftungsrat vertretene Senatskanzlei Berlin, bei der auch die Kultur angesiedelt ist, und das Finanzressort unter Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) für den Zwangs-Eintritt stimmen, gilt als sicher. Das Land Berlin hatte vor Jahren bereits versucht, auch Eintritt für den Schlosspark Charlottenburg durchzusetzen. Die Bezirksverordneten-Versammlung verhinderte dies. Sollte es in Potsdam zum Parkeintritt kommen, würde dies die Diskussion in Berlin wieder aufleben lassen - und beeinflussen. Dass der Bund den Eintritt will, überrascht nicht. Je mehr Einnahmen von außen generiert werden können, desto besser, heißt es. Regierungschef Platzeck und Staatskanzleichef Albrecht Gerber sind gegen einen Parkeintritt. Sie konnten Kulturministerin Kunst bisher nicht überzeugen.

Die härteste Linie verfolgt das Finanzministerium. Von ihm stammt der Vorschlag, die Gebühr im Stiftungsrat abzulehnen. Finanz-Staatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) wies wiederholt darauf hin, dass es sich beim Park Sanssouci laut Satzung auch um ein Erholungsgebiet handelt. Und dafür dürfe kein Eintritt erhoben werden.
Benutzeravatar
Webmaster
Site Admin
 
Beiträge: 53
Registriert: 04 Feb 2007, 09:13
Wohnort: Potsdam

 

Re: Ab 2013 Eintritt für den Park Sanssouci?

Beitragvon creep » 17 Feb 2012, 03:08

Hallo zusammen,

ich finde schon die Diskussion um ein Eintrittsgeld unwürdig.
Nicht, dass mir dieser Park etwas bedeuten würde, ich habe für mein Leben genug
von Sanssouci, all die Wandertage während meiner Schulzeit...
21 Schüler in der Klasse, 10 Jungen, 11 Mädchen und es wurde immer abgestimmt,
Sanssouci oder Armeemuseum. Ich glaube, ich war in all den Jahren zwei Mal im
Armeemuseum.... Noch Fragen?
Heute lebe Ich in der Waldstadt II, bin seit langer Zeit Rollstuhlfahrer, es müsste
schon Aussergewöhnliches passieren, dass es mich mal ans andere Ende der Stadt
treiben würde und trotzdem... Ich fände es falsch Eintritt zu verlangen, schon
wegen der Tradition des freien Eintritts, außerdem glaube ich, dass man nicht
aus allem und jedem Kohle pressen sollte.
abandon all hope
Benutzeravatar
creep
Potsdam Besucher
 
Beiträge: 1
Registriert: 29 Sep 2011, 03:08
Wohnort: Potsdam

Re: Ab 2013 Eintritt für den Park Sanssouci?

Beitragvon Webmaster » 17 Feb 2012, 17:30

Hallo Creep,

zum Thema Eintrittsgeld: Ich kann die Schlösserstiftung schon verstehen, die wollen natürlich von dem jährlichen Besucheransturm profitieren. Und wenn das Geld wirklich in die Pflege der Grünanlagen gehen würde, hat der Tourist sicher auch Verständnis für 1-2 Euro Eintritt. Für die Anwohner, Studenten und Potsdamer ist das aber ein ganz anderes Problem. Am Ende führt dies nur zu Einschränkungen und Frust.

Außerdem habe ich ein Problem damit, dass einige der Eingänge geschlossen werden sollen. Hier wird die Nutzung des Parks massiv eingeschränkt.

Und ob Kassenhäuschen und Personal zum Abkassieren nicht sowieso schon den größten Teil der Einnahmen fressen, steht sowieso im Raum.

Zum Thema gabs wieder Interessantes in der Presse zu lesen. Heute in der PNN:

Uni-Professor Andreas Musil hält Einführung ohne Satzungsänderung für rechtswidrig und anfechtbar


Grüße
Benutzeravatar
Webmaster
Site Admin
 
Beiträge: 53
Registriert: 04 Feb 2007, 09:13
Wohnort: Potsdam


Zurück zu Park Sanssouci Potsdam

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron